Zum Hauptinhalt springen
Augen-Atlas
ScharfstellenHyperopie

Weitsichtigkeit: ein Auge, das ständig Überstunden macht

Bei Weitsichtigkeit muss das Auge ständig nachfokussieren, um scharf zu sehen. In jungen Jahren fällt das oft nicht auf, bei Kindern kann es aber zu Schielen und Schwachsichtigkeit führen, und nach 40 zeigt es sich als unscharfes Nahsehen und Ermüdung. Die gute Nachricht: Die Korrektur ist einfach und wirksam.

Wann noch am selben Tag zum Arzt
NormalWeitsichtigkeitSimulation

Der Brennpunkt liegt hinter der Netzhaut, und das Auge muss ständig nachstellen: In der Ferne gelingt das noch, Text in der Nähe verschwimmt – besonders gegen Abend und mit zunehmendem Alter.

Trennlinie ziehen, um zu vergleichenIm Seh-Baukasten öffnen
Neugeborene
+2 dpt
im Schnitt sind normal: Mit dem Wachstum des Auges nimmt die Weitsichtigkeit ab
Amblyopie
bis 7–8 J.
das beste Alter, um Schwachsichtigkeit mit Brille und Okklusion zu behandeln
Nach 40
40+
zeigt sich latente Weitsichtigkeit zusammen mit der Alterssichtigkeit

Was passiert

Das Auge ist zu kurz für seine Optik

Beim weitsichtigen Auge liegt der Brennpunkt hinter der Netzhaut – meist, weil der Augapfel kürzer als üblich oder die Hornhaut zu flach ist. Die Linse kann den Fokus durch Akkommodation nach vorn holen, doch dafür arbeiten die Augenmuskeln ständig. In der Nähe ist die Belastung größer, deshalb leidet zuerst das Lesen.

  1. Latente Hyperopie: Ein junges Auge gleicht sie selbst aus, das Sehen wirkt normal
  2. Mit dem Alter schwindet die Akkommodationsreserve – nach 40 braucht man zuerst eine Lesebrille, später auch eine für die Ferne
  3. Ein kurzes Auge mit flacher Vorderkammer ist ein Risikofaktor für das Winkelblockglaukom
FokusHornhautLinseNetzhautBrillenglasnormale LängeMuskel angespannt

Fokus hinter der Netzhaut. Das Auge ist kürzer als üblich: Die Strahlen treffen sich noch nicht, wenn sie die Netzhaut erreichen — es entsteht ein unscharfer Fleck.

Weitsichtigkeit

Wie es sich anfühlt

  • Unscharf in der Nähe: Text, Handy, feine Details
  • Müde, brennende Augen und Kopfschmerzen nach dem Lesen oder der Bildschirmarbeit
  • Bei hoher Weitsichtigkeit auch unscharf in der Ferne
  • Das Kind meidet das Lesen, ermüdet schnell, reibt sich die Augen
  • Ein Auge des Kindes schielt nach innen, besonders beim Blick in die Nähe

Wer gefährdet ist

Kreuzen Sie an, was auf Sie zutrifft

Treffer: 0 von 5

Das ist keine Diagnose. Nennen Sie die Treffer Ihrem Arzt – davon hängt ab, wie oft Sie sich untersuchen lassen sollten.

Augenuntersuchungen

Wie die Diagnose gestellt wird

  1. Refraktionsbestimmung in Zykloplegie (Tropfen entspannen die Akkommodation) – ohne sie wird Weitsichtigkeit bei Kindern und jungen Erwachsenen unterschätzt

  2. Prüfung des beidäugigen Sehens und auf Schielen bei Kindern

  3. Beurteilung von Vorderkammertiefe und Kammerwinkel (Gonioskopie, OCT) bei Erwachsenen

  4. Untersuchung des Augenhintergrunds; Kontrollen bei Kindern alle 6–12 Monate

Wer behandelt

Augenarzt oder Kinderaugenarzt; Brille und Kontaktlinsen passt der Optiker oder Optometrist an.

Weitsichtigkeit

Was Sie tun können

Die Möglichkeiten sind von einfach bis aufwendig geordnet. Die Kennzeichnung „Hilft nicht“ erhalten Mittel ohne nachgewiesenen Nutzen.

Hier fängt man an

  1. BrilleHilftDie wichtigste und sicherste Korrektur in jedem Alter.
    • Bei Kindern entlastet die Brille das Auge und hilft, Schielen zu korrigieren
    • Nach 40 – Lesebrille, Gleitsicht- oder Arbeitsplatzgläser
    • Geringe Weitsichtigkeit ohne Beschwerden beim Kind kann einfach beobachtet werden
  2. Amblyopie-Behandlung bei KindernHilftSieht ein Auge schlechter, reicht die Brille allein oft nicht.
    • Okklusion: Abkleben des besseren Auges für einige Stunden am Tag
    • Atropintropfen im besseren Auge als Alternative zum Abkleben
    • Je früher die Behandlung beginnt, desto besser das Ergebnis
  3. KontaktlinsenHilftPraktisch bei aktivem Lebensstil und unterschiedlicher Brechkraft beider Augen.
    • Multifokale Linsen sind eine Option nach 40
    • Hygiene: nicht mit Linsen schlafen oder schwimmen
  4. Laserkorrektur und LinsenaustauschJe nach BefundFür Erwachsene mit stabiler Brechkraft, doch das Ergebnis ist weniger vorhersagbar als bei Kurzsichtigkeit.
    • LASIK und PRK – meist bis etwa +4 bis +5 dpt, teilweise Regression möglich
    • Ab 45–50 wird häufiger der Austausch gegen eine Kunstlinse gewählt
    • Der Linsenaustausch vertieft zugleich die Vorderkammer und senkt das Risiko eines Winkelblockglaukoms

Alles Weitere entscheidet der Arzt

Sehen Sie, wie ein Auge mit Fehlsichtigkeit sieht und was die Korrektur verändert.

Weitsichtigkeit

Häufige Fragen

Heißt weitsichtig, dass man in der Ferne gut sieht?

Nicht ganz. Ein junges Auge gleicht geringe Weitsichtigkeit aus und sieht in jeder Entfernung scharf, aber mit Anstrengung. Bei hoher Weitsichtigkeit oder nach 40 kann es in der Nähe und in der Ferne unscharf sein.

Was ist der Unterschied zur Alterssichtigkeit?

Weitsichtigkeit ist eine Eigenschaft der Augenoptik und kann von Geburt an bestehen. Alterssichtigkeit ist der altersbedingte Elastizitätsverlust der Linse, der alle nach 40–45 trifft. Kommen beide zusammen, braucht man früher eine stärkere Lesebrille.

Wächst sich Weitsichtigkeit beim Kind aus?

Geringe Weitsichtigkeit ist bei kleinen Kindern normal und nimmt mit dem Wachstum des Auges oft ab. Hohe Weitsichtigkeit bleibt meist bestehen und sollte rechtzeitig korrigiert werden, damit sich kein Schielen und keine Amblyopie entwickeln.

Sind pupillenerweiternde Tropfen für Weitsichtige gefährlich?

Bei manchen Menschen mit kurzem Auge und engem Kammerwinkel kann die Pupillenerweiterung einen Glaukomanfall auslösen. Deshalb prüft der Arzt zuerst den Winkel. Ist er eng, wird eine Laser-Iridotomie oder ein Linsenaustausch durchgeführt.

Diese Informationen dienen der Orientierung und ersetzen keine persönliche Untersuchung. Diagnose und Behandlung legt der Arzt nach einer Untersuchung fest.